Reiseberichte
Schneller als der Blitz
So, nun kommt meine Urlaubsgeschichte. Unsere Bekannten besitzten
eine Tierarztpraxis und viele Pferde, darunter sogar einen Zuchthengst
und für mich war das natürlich ganz toll, bin auch erst 11, vielleicht
könnt ihr euch auch an die Zeiten erinnern. Meine Eltern brachten mich
also zu unseren Bekannten, Sommers.
Es war mein erster Urlaub, wo ich
ganz alleine dageblieben bin. Dort aßen wir ersteinmal Kuchen und dann
durfte ich das Pony, dass ich reiten und versorgen sollte, reiten. Sie
hieß Dixy. Zuerst bin ich auf der Koppel geritten und dort testete
mich Dixy ziemlich aus, sie guckte zum Beispiel ganz erstaunt zum
Stromzaun, oder machte urplötzlich ein 90°Drehung und preschte in
Richtung Ausgang.
Bei einer von diesen Aktionen hätte sie mich schon
fast abgesetzt, ich wurde um 180°gedreht, "schwebte" schon neben dem
Pony das abrupt anhielt. Ich habe mich zum Glück schon davor wieder in
den Sattel gehieft. Nach ein paar Abwerf-Versuchen ging sie zum Glück
ganz brav, nur ihre Neigung, ständig zum Ausgang zu galoppieren, ließ
nicht nach. "Naja,", dachte ich, "wird schon irgendwie klappen."
Irgendwann, nachdem ich das Pony versorgt hatte, fuhren meine Eltern
wieder zurück und ließen mich da - sollte auch so sein. Die nächsten
Tage liefen gut, wir sind ausgeritten und ich merkte schon bald, dass
dieses Pony auch mit 27 Jahren noch richtig Power hatte.
Nach einer Woche
fuhren wir zu einer Jagd, ich mit Dixy und Ulla, die Frau unseres
Bekannten, kam mit ihrem Pferd Donna mit. Wir ritten im Zuschauerfeld.
Ulla erzählte mir einige Dinge über Dixy, unter anderem, dass sie
manchmal noch Jagden mitginge, und zwar richtig, nicht nur im
Zuschauerfeld. Die Jagd ging los und alles lief bis jetzt normal, wir
ritten neben der Strecke der Jagdreiter, wir mustten allerdings keine
Sprünge springen.
Dann ritt das Zuschauerfeld eine Abkürzung, sodass
man die Jagdreiter von vorne sehen konnte. Nun kamen die Reiter und
das Feld von ihnen zischte vorbei, "unser" Feld blieb stehen. Alle,
ausser ich. Mein Pony zischte los, den anderen hinterher und ich rief
nurnoch "Ulla, Ulla!", doch dann verstummte ich: der nächste Sprung war
zu sehen. Ich versuchte mein Pony aus dem Feld zu lenken, was mir zum
Glück gelang.
Am Ende guckten wir uns noch die Siegerehrung an, wo ich
sogar erwähnt wurde, für meinen körperlichen Einsatz. Ich war
natürlich stolz wie Oskar! Als ich das meiner Familie erzählte,
lachten sich alle schlapp und wollten ein Video davon - kann ich
verstehen. Das Erlebnis werde ich niemehr vergessen!
Autorin: Birte Dreßler
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