Kolumne: Johans Welt
Von Hunden und Schafen
(KB) Eine der hervorstechendsten Charaktereigenschaften eines Fjordpferdes ist laut
vieler Rasseportraits seine Gelassenheit. Mit anderen Worten: Norweger scheuen
selten!
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| Schafe, eine Bedrohung für die Pferdewelt! |
Eigentlich kann ich das unterschreiben - mit einer Ausnahme: Schafe!
Unser Winterpaddock bietet uns Pferden ein tolle Aussicht auf umliegende Felder und
Grünland. Leider wird diese friedliche Idylle immer wieder durch das Umtreiben von
Schafherden auf andere Weidegründe gestört. Schon wenn in weiter Ferne eine
Schafherde zu sehen ist, ist das ein Grund zu allerhöchster Panik. Diese wogende,
blöckende Wollmasse kann nur Böses bedeuten auch wenn sie meistens nicht einmal auf
500 Meter an uns herankommt. Beim Anblick solch einer Herde, bin ich nicht einmal
in der Lage ein Leckerlie zu fressen - und das soll etwas heißen!
Noch schlimmer ist es, wenn meine Reiterin darauf besteht, dass ich ganz nah an einer
Schafweide (mit Inhalt) vorbeigehen soll. Wohlbemerkt im ruhigen Schritt! Sie behauptet,
dass wären doch nur harmlose Grasfresser. Ich weiß es besser! In Wirklichkeit haben sich
Schafe auf das Jagen von Pferden (insbesondere Fjordpferden) spezialisiert und warten nur
darauf, ihre rasiermesserscharfen Zähne in mein zartes Hinterteil zu schlagen.
Ruhiger Schritt ist daher einfach zu viel verlangt, schließlich muß ich fluchtbereit sein.
Meine Reiterin belächelt es zwar, wenn ich mit gewölbten Hals prustend an den "Ungeheuern"
vorbeitänzele, aber neulich ist ihr das Lachen vergangen. Ein Schaf (ein kleines, aber nicht
minder gefährlich) machte eine plötzliche Bewegung auf uns zu. Gott sei Dank konnte ich
schnell genug reagieren und bin buckelnderweise losgerannt. Der Dank für diese Rettung war
eine fluchende Reiterin ... Das verstehe nun einer.
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| Ein harmloser Dobermann |
Letztens haben wir einen
Abendausritt im Dunkeln gemacht. Wir bummelten also gerade gemütlich um eine Wegbiegung,
als über die Böschung ein großer dunkler Hund gesprungen kam und uns freudig bellend
umkreiste. Da hat meine Reiterin sich ordentlich erschrocken, aufgeschrien und sich dann
bei den Besitzern des Dobermanns, die nach einer Weile aus der Dunkelheit auftauchten, beschwert.
Ich war bei Ihrem Schrei kurz zusammengezuckt (den Hund hatte ich ja schon viel früher
bemerkt) und habe dann die Gelegenheit zum Grasen genutzt. Ich habe die ganze Aufregung
jedenfalls nicht verstanden - Hunde sind doch harmlos.
Schafe dagegen sollte man unbedingt anleinen, mit einem Maulkorb versehen oder am besten
ganz wegsperren.
Lasst es Euch gutgehen.
Euer Johan
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