Volkskrankheit der Pferde – Rückenprobleme Wie man diese Probleme abstellen oder verbessern kann / Autor: Werner Benz
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Wenn man sich anschaut wie ein Pferd aufsteht, und als guter Behandler sollte man ja alle Ursachen in
Betracht ziehen, so stellt man fest: Das Pferd schiebt seine Vorderbeine weit nach vorne, sitzt dabei
auf einer Seite der Hinterbacke und will mit viel Schwung in Richtung nach vorne aufstehen, dabei muss
es mit dem Hals und Kopf die Balance halten, misst man dabei die Länge vom der Nase bis zum Schweif
einmal ab, so hat man schnell 2,50 m bis 3,00 m zusammen. Da die Pferde aber nicht immer genau von Wand
zu Wand liegen, vom flachen seitlichem Liegen gar nicht zu reden, meistens liegen sie in der Mitte der
Boxe, ist ein normales Aufstehen nicht möglich. Die Pferde haben einfach Angst, beim Vorwärtsschnellen
ihre Nase bzw. den Kopf an der Wand anzuschlagen. Das Pferd ist also gezwungen, da es keinen Schwung
holen kann, sich mit der Hinterhand vom Boden hoch zu drücken. Genau da wird nun der „Grundstock“ dieser
Erkrankung gelegt.
Das Gebäude der Pferde, hier ist die Hinterhand gemeint, ist nicht dazu
prädestiniert seitlich über die Wirbelsäule, die Hüfte, Knie und Sprunggelenk diese starke Last
aufzunehmen und hoch zu drücken. Dadurch entstehen die meisten Rückenprobleme. Verrenkungen und
Zerrungen sowie Ischias–Probleme sind vorprogrammiert!
Selbstverständlich spielen auch andere Faktoren wie: Kälte, Nässe, Exostosen (wie sind diese wieder
entstanden?) usw. eine Rolle. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass Pferde die in einer großen, geräumigen
Boxe stehen, in der sie bequem aufstehen können, in der sie sich bequem und gut ausruhen (flach auf der
Seite liegend) also entspannen können, bei weitem nicht so oft mit diesen genannten Symptomen erkranken.
Falsches Reiten kann die empfindliche und komplexe Wirbelsäule des Pferdes wirklich schädigen.
Richtiges Reiten hingegen kräftigt den Rücken und die Muskulatur. Das Glück dieser Erde liegt auf dem
Rücken der Pferde. Glück vielleicht für den Reiter, aber oft Schmerz und Unglück für das Pferd.
Symptome
- Das Pferd reagiert beim Putzen und Satteln mit schmerzhaften Reaktionen (Rücken wegdrücken, Ausweichbewegungen) oder wird sogar widerspenstig
- das Pferd zeigt ein vermindertes Springvermögen, drückt den Rücken weg oder verweigert das Springen komplett;
- das Pferd springt mit festem, durchgedrückten Rücken und geht gegen die Hand
- es springt vom Trab häufig in den Kreuzgalopp
- der Gang ist hinten beidseitig häufig klamm und kurz oder es zeigt sich eine ein- oder beidseitige Hinterhandslahmheit
- Dressurpferde zeigen mangelnden Raumgriff und schwache Verstärkungen
- die Rückenmuskulatur ist schwach ausgebildet oder zurückgebildet und die seitlichen Fortsätze der Wirbelkörper sind sehr deutlich zu sehen
- lassen den Reiter nicht sitzen
- Seitengänge sind erschwert
- Gehen immer oder häufig gegen die, und auf die Hand
Wenn das Pferd eines oder sogar mehrere dieser Symptome aufweist, sollte es einem Tierheilpraktiker oder
Tierarzt vorgestellt werden. Am besten jemand der vom Reiten etwas versteht !!! Um eine erste Diagnose zu
erstellen, ist es außerdem unerlässlich, dass der Behandler das Pferd an der Longe und unter dem Reiter
sieht, vielleicht selbst reitet.
Die Reaktion des Pferdes auf den Druck kann sich soweit steigern,
dass es nach hinten ausschlägt oder "in die Knie" geht. In diesem Fall muss herausgefunden werden, wo
genau die Schmerzen ausgelöst werden. Eine häufige Ursache für Rückenschmerzen beim Pferd sind die
sogenannten "kissing spines". Die Dornfortsätze berühren sich, was beim Pferd zu großen Schmerzen führt.
In den meisten Fällen sind es Reiterfehler und lang andauernde falsche Einwirkung. Zu wenig
Weidegang, langes Stehen in der Box (Boxen sind in 90% der Fälle zu klein) und schlechte Gymnastizierung
führen zu einseitigen Belastungen und zur Überanstrengung einzelner Rückenpartien. Bei der Suche nach den
Ursachen für Rückenerkrankungen sollten auch Sattel und Zaumzeug sowie eventuell bestehende Erkrankungen
der Gliedmaßen oder Zahnprobleme berücksichtigt werden.
Es bestehen viele Möglichkeiten das abzustellen:
- Veränderung der Reitweise: Achten Sie darauf, das Pferd regelmäßig tief über den Rücken mit Nase vorne zu reiten. Allerdings nur in Maßen, da sonst die Vorhand zu sehr belastet wird. Gestalten Sie das tägliche Training abwechslungsreich, beispielsweise durch Galopparbeit im Wald oder Klettern.
- Physiotherapie: Bei der Physiotherapie werden die Gelenke aktiv und passiv bewegt. Außerdem kann die Massage von Gelenken, Muskeln und Sehnen Verspannungen lösen und Schmerzen mildern.
- Longenarbeit: Bei der gezielten Longenarbeit kann das Pferd ungehindert den Rücken aufwölben. Die Muskulatur wird gelockert, gedehnt, gekräftigt und die Durchlässigkeit wird verbessert.
- Osteopathie: Der Osteopath kann Blockaden im Skelett erkennen und durch gezielte Bewegungen lösen.
- Akupunktur: Die Akupunktur ist Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin. Sie ist eine Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung, bei der mittels Nadeln, die in bestimmte Bereiche eingeführt werden, Blockaden und Verspannungen gelöst werden.
- Einsatz Muskelaufbauender Präparate: In manchen Fällen ist es sinnvoll, Muskelaufbauende Medikamente (Dopingproblematik beachten !) oder Zusatzfuttermittel, die den Muskelaufbau unterstützen, zu füttern.
- Magnetfeldtherapie: Pulsierende Magnetfelder regen den Stoffwechsel in den Knochen und den Muskeln an. Sie beschleunigen und unterstützen den Heilungsprozess und wirken entspannend.
- Aquatrainer: Im Aquatrainer werden Gelenke, Muskeln und Sehnen sanft bewegt. Dies hilft besonders, die Rücken- und Hinterhandmuskulatur schonend aufzubauen. Vorsicht, manchmal geht der Rücken weg
Häufige Anzeichen für ein ernstzunehmendes Problem im Bereich des Pferderückens sind:
- Zur Seite ausweichen oder Rücken wegdrücken beim putzen, satteln, sowie Probleme beim Nachgurten, Aufsitzen oder Anreiten.
- Klammer Gang oder eine ein- oder beidseitige Hinterhandslahmheit.
- Mangelnder Raumgriff und schwache Verstärkungen in den Gangarten.
- Schwach ausgebildete oder zurückgebildete Rückenmuskulatur.
- Schwierigkeiten beim Reiten bei der Längsbiegung, steifes Laufen durch enge Wendungen.
- Kopfschlagen, Wehren gegen den Zügel.
- Probleme beim Springen (verweigern...).
- im Extremfall: buckeln, steigen, durchgehen oder starr stehen bleiben.
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